Geschichte
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Geschichtliches aus Bründersen
1074 wird Bründersen Urkundlich zum ersten mal als Brunkeres-heigon erwähnt. In der Wolfhager Chronik von Siegel wird beschrieben dass der Ort in unmittelbarer Nähe des Ortes Brunkereshusun gelegen hat. Es fällt Namensähnlichkeit auf. Ob es zwei verschiedene Orte waren darf bezweifelt werden. 1082 wird der Ort Brunkereshusun, und auch Brunkersheigon genannt. 1123 Brungershusen, 1180 Brungerschin, 1209 Brunwartsen, 1220 Brungersen, 1240 Brunchersen, 1320 Brunhersen, 1334 wieder Brungerschin, 1383 Brungersin, 1438 Brungirschen, 1451 Brunhersin, 1584 Bringelschen, 1585 Brunnelsen und erst 1747 Bründersen. Durch eine Vielzahl von Dialekten lag es an dem Schreiber wie der Ortsname geschrieben wurde. In niederhessischen Dialekt wird Bründersen noch heute als Bringelschen bezeichnet. Der erste Siedler hat sich wahrscheinlich an dem Scheeperborn (Schäferbrunnen) niedergelassen, was sicher die Quelle eines entspringenden Baches war. Man braucht Wasser um den Durst von Mensch und Tier zu löschen. Das Finanzamt für Bründersen war auf dem Burghasunger Berg. Zahlungsmittel waren Getreide und sonstige Lebensmittel. Der Abt vom Kloster Hasungen bekam auch mal eine Hufe Land. Vielleicht wollte so mancher sich auf diese Weise sein Himmelreich erkaufen. Sogar der Bischof von Riga hatte hier Besitz den er vom Abt bekommen hatte. Auch das Kloster Berich und die Kirche von Wittmarsen, einen Ort zwischen Wolfhagen und Ehringen, hatten nutzen von der Scholle in Bründersen. Die Kirche und deren Würdenträger waren die weltlichen Herscher. Neben dem Ort Todenhausen im Norden von Bründersen, dessen Kirchhof noch zusehen ist, gab es den Ort Benessen in östlicher Richtung. Bei dem heute noch zu sehenden Steinbrüchen, wo bis in die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Steine gebrochen und bearbeitet wurden, gab es diese im 1253 zuerst erwähnte Siedlung. 1402 wurde der Ort als Benzheim bezeichnet. In der Nähe ist die Flur am Rott, was auf Waldrodungen zur Ackerlandgewinnung hinweist. Musste Benessen aufgegeben werden als die Quellen als Folge der Abholzungen versiegten? Sind die letzten Bewohner nach Bründersen gezogen? Es gab immer Zank, Streit und kriegerische Handlungen. In der damaligen Zeit zogen immer wieder Kriegshorden durchs Land. Die plünderten, mordeten und brannten die Behausungen oft nieder. Auch Bründersen blieb davon nicht verschont. Von Süden her drohte weniger Gefahr, da der Waldgürtel die Heerstraße bei Altenstädt von unsern Ort trennte. Das ist die sogenannte Mainzer Scheide, heute Monschein. Heute wird nur noch der Wald zwischen Bründersen und Ippinghausen als Monschein bezeichnet. Irrtümlich wird auch in Katasterkarten der Wald als Mondschein beschrieben, hat aber mit dem Mond nichts zu tun. Die Mainzer Scheide trennte Bründersen nicht nur vom Erzbistum Mainz, ist auch eine Wasserscheide. Südlich von hier fließt alles Naß der Eder zu und nach Norden hin zur Diemel. Die Mainzer Scheide ist hier auch eine Sprachgrenze, die sogenannte Benrather Linie. Von Benrath im Westen bis Königsberg im Osten verläuft der „Plattschwatzäquator", wie diese Linie auch genannt wird. Ab hier bis an die Küste wird Plattdeutsch gesprochen. Von Norden her kamen oft Kriegeshorden aus Westfalen unter denen die Bründerser sehr litten. Es gab ab dem dreizehnten Jahrhundert die von einer Mauer umgebene Stadt Wolfhagen wo viele Bürger Schutz suchten. So war Bründersen oft wüst. Nach der Reformation 1534 gab Landgraf Philipp den Ort Bründersen als Lehen denen von der Malsburg in Elmarshausen was den Wolfhagern nicht gefiel. Bründersen stand bis 1787 unter dem Schutz der adeligen Familie und wurde größtenteils von Kriegslasten befreit, musste aber den zehnten Teil der Ernte abliefern. Auch Hand- und Spanndienst musste erbracht werden und bei der Ernte hatte jeder erwachsene Bürger vier Tage Schneidedienst zu leisten. Die Wolfhager waren ungeliebte Nachbarn für die Bründerser.Sie störte der von Landgraf Wilhelm IV. erlassene Brot- und Bierbann. Für Verkaufszwecken durfte Beides nicht hergestellt werden. Die Wolfhager stöhnten unten den Kriegslasten, die sie der Obrigkeit geben mussten. Bründerser Bürger kauften von denen oft Land, damit die Wolfhager die Schuldner bezahlen konnten. Die Malsburger besaßen Tilly´che Schutzbriefe. So war es für die Bründerser segensreich unter dem Schutz derer von der Malsburg zu stehen, doch es gab immer Reibereien zwischen Wolfhagen und Bründersen. Es gab ständig Gründe auf Wolfhagen sauer zu sein. In dem nach der Länge benannten Kriege halfen Wolfhager Bauernjungen Landgraf Moritz vor feindlichen Kriegern zu fliehen. Dafür beschenkte er diese mit einer Pfingsabgabe von den Dörfern. Die Pfingstknächte, wie sie später hießen, durften jedes Jahr zu Pfingsten Eier, Käse und Geld holen, was nicht immer ohne Ärger ablief. Die Stadtmauer schützte nun die Wolfhager auch nicht mehr. Als der rote Hahn wieder mal über Wolfhagen stand, halfen auch Bründerser Bürger am Tag darauf beim zündeln. Die Meinung war: Städte ziehen Kriegsvolk an, worunter auch die Dörfer zu leiden haben. Es kam auch zu Streitereien wenn Bründerser Hirten ihr Vieh auf Wolfhager Hute weideten. Nach Einführung der Grebenordnung war nun die Obrigkeit in Kassel für Bründersen zuständig. Nun die letzten gut hundert Jahre im Telegrammstiel, die für unsere bis vor wenigen Jahren landwirtschaftlich ausgerichteten Gemeinde sehr umwälzend waren. 1888 Es gab einen Kriegerverein. 1889 Spar- und Darlehnkasse gibt es. 1895 Ein neuer Friedhof entsteht. 1896 Der Männergesangverein wird gegründet. Der Dreschkasten löst den Dreschflegel ab. 1897-1902 Feldwege werden hergestellt, somit geht die Dreifelderwirtschaft zu Ende. In der Dreifelderwirtschaft war ein Teil der Gemarkung Wintergetreide, ein Teil Sommergetreide und ein Teil Brachland Der neue Friedhof am nördlichen Ortsrand verkürzt den Weg der bisher zur Alten Kraft ging. Hier war einmal der Ort Todenhausen. Der Volksmund bezeichnet die Stelle am alten Todenhäuser- und späteren Bründerser Friedhof als Alte Kraft, wo bis ins fünfzehnte Jahrhundert die Todenhäuser Kirche, eine Tochterkirche der Schützebergkirche stand. 1903 Es gibt Grasmäher und Flügelmaschinen zur Erleichterung der Ernte. 1911 Ein Turnverein wird gegründet. Am 1. Weltkrieg nahmen 125 Männer teil von denen 20 nicht zurück kamen. 1919 Nach dem ersten Weltkrieg gibt es elektrisches Licht. 1926 Der Mähbinder kommt. Heinrich Alheid gründet eine Molkerei. Die Kartoffeln werden in Mengen auf dem Bauernhöfen gedämpft. 1934 Die Feuerwehr wird eine Freiwillige. 1935-1938 Die Reichstraße wird gebaut, drei Häuser mussten weichen. Am 2. Weltkrieg nahmen 130 Männer teil, von denen 31 die Heimat nicht wiedersahen. 1936-1940 Das Wasser kommt aus dem Hahn und braucht nicht mehr am Brunnen geholt werden. 1938-1941 Es gibt eine neue Schule, die unter dem Dach des jetzigen Bürgerhauses war. 1950 Melkmaschinen erleichtern die Arbeit im Stall. 1951-1952 Die Abwasser verschwinden in der Erde. 1953 Die Feuerwehr bekommt Haus und Motorspritze. 1955 Vorräte werden in Gemeinschaft eingefroren. 1961-1963 Eine Kläranlage wird gebaut. Ab 1958 Feldwege werden im Rahmen des grünen Planes geteert. 1964 Die Landfrauen gründen einen Verein. 1967 Der Sportverein wird wiedergegründet. 1974 Aus dem Männergesangverein wird ein Gemischter Chor. Ab 1976 Aus der Schule wird ein Bürgerhaus. Im ehemaligen Lehmloch entsteht ein Kinderspiel- und Bolzplatz. Im Busch wird aus einer Wiese ein Fußballplatz und ein Sportlerheim wird erstellt. Der Verein zur Förderung der Dorfentwicklung und –Erneuerung, V F D wird gegründet, der den Scheeperborn restauriert. Auch gestaltet der Verein den Dorfplatz zwischen Naumburger- und Molkereistraße zu einen ansehnlichen Schmuckstück. In den Todenhäuser Wiesen entsteht das Biotop Glockenborn. Diese Wiesen wurden von der Stadt Wolfhagen von Bründerser Besitzern gekauft und unter der Regie des Forstamtes zu einer Oase für Tier und Mensch gestaltet. Die Wasserfläche, bevor sie in Jahrhunderten trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt werden konnte, wurde im Volksmund als Breitenwasser bezeichnet. Auch hatte sich das Kloster Hasungen bei den Bründersern beschwert, wenig Fische bekommen zu haben, was auf Teiche hinweist. Geschichte erlebbar machen. Der Verein V F D beschäftigt sich zur Zeit mit dem alten Friedhof auf der ´Alten Kraft´. Auf diesen Friedhof der ein Kirchhof war stand die Todenhäuser Kirche, wo bis ins fünfzehnte Jahrhundert noch wöchentlich eine Messe gelesen wurde, obwohl der Ort Todenhausen schon lange Jahre als wüst bezeichnet wurde. Die Kirche wurde, wie auch der Friedhof, von den Bründersern genutzt die erst achtzehnhundertfünfundneunzig einen Friedhof bekamen. Der oder die letzte aus Bründersen wurde als Ehefrau/Mann 1927 auf der Alten Kraft bestattet. Im fünfzehnten Jahrhundert musste der Pfarrer eine Glocke der Todenhäuser Kirche den Wolfhagern überlassen, die zweite soll bei dem Einsturz der Kirche in den Glockenborn gefallen sein, der seit dieser Zeit den Wolfhagern gutes Wasser lieferte. Die noch bestehende Kirchhofsmauer überstand durch weitere Nutzung als Friedhof ihre Beseitigung während die Steine der Kirche anderen baulichen Zwecken gedient haben. Sieht man diese an der Bründerser Kirche die auf einen Vorgängerbau von 1534, 1742 gebaut wurde? Geschichtliche Spuren kann man an der Kirchhofsmauerauf der Alten Kraft entdecken: Im siebenjährigen Krieg 1756 – 63 kämpften Engländer gegen Franzosen zwischen Bründersen und dem Graner Berg. Als der englische Kommandant der leichten Kavallerie gefallen war, waren die Kampfhandlungen zu Ende. Man begrub die Toten an Ort und Stelle wo man eine nasse Bodenbeschaffenheit vorfand. Man bettete die Toten ins Nasse. Die Flurbezeichnung heißt hier ´Nasse Betten`. Am Portal der Kirchhofsmauer stehen zwei Grabplatten wovon die linke dem gefallenen englischen Kommandanten gewidmet ist. Nicht viel ist darauf zu erkennen, im Gegensatz zu der rechts stehenden Grabplatte. Der Bründerser Verein zur Förderung der Dorferhaltung und –Erneuerung V F D hat auf der Alten Kraft die noch vorhandenen Grabsteine aufgestellt und will Wege freihalten sodass Besucher immer diese historische Stätte besichtigen können. Hier befindet sich der Grabstein des Lehres Stippich. Er war zweiundvierzig Jahre im Dienste der Gemeinde Bründersen. Nachkommen wohnen noch im Ort. Text: Herbert Jacob, Bründersen |
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